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Über globale und regionale Herausforderungen, internationale Spitzentechnologie und Arbeitsmodelle der Zukunft sprachen am MCI (Management Center Innsbruck) Mario Riesner, CEO von Sandoz Österreich, und Thomas Maier, der für die neue BioFuture-Unit am Tiroler Novartis-Standort verantwortlich ist.

Sandoz, seit Jahrzehnten eine fixe Größe am Tiroler Standort, bekannt nicht nur als Arbeitgeber, sondern auch für die Entwicklung von Penicillin, spielt eine gewichtige Rolle in der Novartis-Gruppe. So soll ab 2021 in Schaftenau eine vollkommen neue Einheit, die „BioFuture Plant 1“, in Betrieb gehen. Nach sechs Jahren Entwicklungsarbeit in Basel wurde diese globale Innovation nach Tirol vergeben. Ausschlaggebend waren die besonderen Stärken des Tiroler Standortes: 70 Jahre Erfahrung im Bereich der Biotechnologie, ein besonders gut qualifizierter Mitarbeiterpool, mehrfache erfolgreich abgewickelte Investitionen in der Vergangenheit, und nicht zuletzt die Abbildung der kompletten Wertschöpfungskette an einem einzigen Standort, was sogar innerhalb der Novartis-Gruppe als einzigartig gilt.

Über globale und regionale Herausforderungen, internationale Spitzentechnologie und Arbeitsmodelle der Zukunft sprachen am MCI Mario Riesner, CEO von Sandoz Österreich, und Thomas Maier, der für die neue BioFuture-Unit am Tiroler Novartis-Standort verantwortlich ist.

Seit 1995 werden am Tiroler Standort Biopharmaka hergestellt. Zum Einsatz kommen sie bei Krankheitsbildern, für die es in der Vergangenheit oft keine wirksamen Therapien gab, wie beispielsweise verschiedene Krebsarten oder Autoimmunerkrankungen. Das international übliche Produktionsverfahren ist äußerst aufwändig und ähnelt im Ablauf den zugrundeliegenden Prozessen im Entwicklungslabor: In Bioreaktoren, für die in der Industrie riesigen Tanks mit bis zu 15.000 Liter Fassungsvermögen zum Einsatz kommen, werden lebende Zellen kultiviert, um humanidentische Proteine herzustellen. Diese Proteine sollen im menschlichen Organismus als Antikörper aktiv werden und zur Heilung beitragen. Bevor es allerdings so weit ist, müssen sie in mehreren Stufen gereinigt werden. Dieser Prozess wurde nun von einer Novartis-Entwicklungsgruppe in Richtung eines sogenannten kontinuierlichen Produktionsverfahrens komplett neu gestaltet. Die Zellkulturen werden in wesentlich kleineren Behältnissen unter optimierten Bedingungen gehalten, die von den Zellen hergestellten Antikörper werden täglich entnommen und in einem nahezu kontinuierlichen Reinigungsprozess für die medizinische Anwendung aufbereitet. Nach sechsjähriger Entwicklungsarbeit wird nun genau so eine Anlage in Schaftenau errichtet. Im Jahr 2021 soll sie als „BioFuture Plant 1“ in Betrieb gehen.
 
Novartis schafft mit dieser Innovation im Produktionsverfahren die Grundlage, um zahlreichen globalen Herausforderungen wie der Alterung der Bevölkerung, steigenden Gesundheitskosten, hohem Innovationsdruck oder rapidem Preisverfall bei Medikamenten nach Ablauf des Patentschutzes zu begegnen. Die neuen Anlagen sind wesentlich kleiner, flexibler und schneller, es lassen sich enorme Kosteneinsparungen erzielen, was die Konkurrenzfähigkeit am Weltmarkt weiter erhöht.
 
Nicht nur die technischen Voraussetzungen und die bisherige Erfolgsgeschichte des Tiroler Standortes seien bei der Novartis-Zentrale ausschlaggebend für die Vergabe der „BioFuture Plant1“ gewesen, sondern auch der außerordentliche Talente-Pool, erzählt CEO Mario Riesner. So gelinge es Sandoz, trotz seines Standortes „in der Provinz“, weltweit Talente anzuziehen. 41 Nationen sind im Team vertreten, 82 % der Teammitglieder verfügen zumindest über einen Maturaabschluss, 23 % weisen als höchsten Abschluss einen Mastergrad oder PhD auf. Die im Unternehmen gelebten Werte sind Diversität und Innovation. Was sich deutlich geändert hat, sind die Incentives, die sich Mitarbeiter von ihrem Arbeitgeber wünschen: Waren es früher überwiegend monetäre Anreize, zählt heute vor allem Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeit und Arbeitsort. Novartis arbeitet an Modellen und Denkansätzen, wie das Arbeiten in 20 Jahren aussehen könne. Dies gehe in Richtung „activity based working“, wo der Arbeitgeber das Arbeitsumfeld zur Verfügung stelle und der Mitarbeiter auf Basis flexibler Zeit- und Entlohnungssysteme selbst entscheide, wann und wo er arbeiten wolle.
 
„Wir schauen weniger auf einen polierten Lebenslauf als auf Persönlichkeit und Einstellung. Es geht sowohl um das Können als auch um das Wollen. Im Zweifelsfall geben wir dem Wollen den Vorzug gegenüber dem Können“, so Mario Riesner. Nur wer motiviert sei, etwas zu bewegen, könne auch außerordentliche Leistungen erbringen. Thomas Maier, verantwortlich für die neue BioFuture Unit, ergänzt: „Es geht auch um den Zweck, den Sinn der Arbeit: Wer erkennen kann, welchen Beitrag seine Arbeit für die Gesellschaft leistet, findet von selbst zum ‚Wollen‘.“
 
Was wünscht sich Sandoz-CEO Mario Riesner von der Politik? Dass internationalen Mitarbeitern weniger bürokratische Hürden in den Weg gelegt werden, um in Österreich arbeiten zu können. Und dass für berufstätige Frauen mehr Möglichkeiten der Kinderbetreuung geschaffen werden. „Wir betreiben zwar Betriebskindergärten, die aber der Nachfrage nicht gerecht werden. Nicht zuletzt ist unser Kerngeschäft die Pharmaproduktion, und nicht der Betrieb von Kindergärten. Ich sehe hier ganz klar die Politik in der Verantwortung.“ An die EU richtet sich der Appell, sich für den Verbleib der Penicillinproduktion und weiterer sogenannter „Essential Drugs“ in Europa einzusetzen.

Standort Pharma


24 11, 19

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